Sonderausstellung

Die Sonderausstellung „‘Man wird ja wohl noch sagen dürfen…‘ : Zum Umgang mit menschenverachtender und demokratiefeindlicher Sprache“, die bis 2022 vor Ort zu sehen ist, stellt acht demokratie- und menschenverachtende Schlüsselbegriffe aus Geschichte und Gegenwart vor. Sie fragt: Was bedeuten die Wörter? Wie wurden sie früher und wie werden sie heute verwendet? Und was kann man gegen die Giftwirkung von Sprache tun? Jeder Begriff wird auf einer Ausstellungtafel auf drei Ebenen präsentiert: mit einer Bedeutungserklärung, mit Beispielen für seine Verwendung in Geschichte und Gegenwart und mit Interventionen aus Gegenstimmen und Gegenpositionen. Texte und Bilder enthalten zahlreiche lokale und regionale Bezüge. Die Ausstellung ist eine Einladung zur aktiven Erkundung des Themas und zum Gedankenaustausch.

Sie ist für Jugendliche ab 15 Jahren und Erwachsene geeignet und auch als Wanderausstellung verfügbar. Eine didaktische Handreichung und Bildungsangebote im Rahmen des Projekts „language matters“ bieten zahlreiche Nutzungs- und Vertiefungsmöglichkeiten. Insbesondere die Verknüpfung von Ausstellung und historischem Ort bietet nachhaltige Erkenntnisse. Die Erstellung der Ausstellung wurde von der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg und der Stiftung Erinnerung Ulm gefördert, das Gesamtprojekt „Man wird ja wohl noch sagen dürfen…“  zudem von der Lechler Stiftung, der Ulmer Bürger Stiftung und der Karl Schlecht Stiftung.

Erkenntnisgewinn am historischen Ort

In der KZ-Gedenkstätte können Besucher*innen erfahren, wie die menschenverachtende Sprache der Nationalsozialisten gegenüber politisch Andersdenkenden unmittelbar 1933 in offenen Terror umschlug und wie stark die Stigmatisierung als „Volksverräter“ auch nach der Entlassung und weit nach 1945 nachwirkte. Sie lernen z.B. in Form von Themenrundgängen damit nicht nur Grundlegendes zur Zerstörung der ersten deutschen Demokratie, sondern auch zum Verhältnis von Sprache und Gewalt im historischen Längsschnitt. Workshops zum Gegenwartstransfer machen die Verlängerung des Besuchs auf einen Tag möglich, auch in digitaler Form oder in Kombination mit der didaktischen Handreichung. Die Angebote sind auch für Erwachsenengruppen buchbar.

Bericht der Roten Hilfe über das KZ Oberer Kuhberg, Juli 1935

Kosten und Anmeldung

Besuch der Sonderausstellung

  • Besuch der Sonderausstellung zu den Öffnungszeiten der Gedenkstätte sowie nach Vereinbarung möglich
  • Eintritt: 2 € (ermäßigt 0,50 €) pro Person
  • Anmeldung zu Gruppenführungen zwei Wochen vorher. Kosten: 40 €

Workshops und Projekttage

  • Anmeldung vier bis sechs Wochen vorab
  • Kosten:
    2-stündiges Angebot: 40 €
    Halbtagesworkshop: 50 €
    Projekttag: 100 €