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Von Ordnungshütern zu Massenmördern. Die Polizei im „Dritten Reich“ und ihre braunen Altlasten in der jungen Bundesrepublik

8. Februar 2022   19:00 Uhr
Club Orange, vh Ulm


Wachtmeister der Ordnungspolizei bei der Kontrolle von Juden auf einem Markt in Lublin (Mai 1941). Foto: Von Bundesarchiv, Bild 101I-019-1224-10 / Wirthgen / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de (WikiCommons, Abruf 20.12.21)

Vortrag von Historiker Dr. Sven Deppisch, Autor des Buches „Täter auf der Schulbank: Die Offiziersausbildung der Ordnungspolizei und der Holocaust“ (2017)

Die Polizei war eine zentrale Stütze des NS-Regimes. Während Hitlers Herrschaft beteiligte sie sich entscheidend an der Verfolgung von politischen und rassisch definierten Gegnern. Als oberster Polizeichef reformierte Heinrich Himmler die Ordnungsmacht und fusionierte sie mit der SS. Ihre Beamten wollte er im Geiste der NS-Ideologie zu weltanschaulich gefestigten „Polizeisoldaten“ erziehen. Im Zweiten Weltkrieg rückten sie dann in paramilitärischen Einheiten aus, die in den eroberten Gebieten maßgeblich am Besatzungsterror, an der „Bandenbekämpfung“ und am Judenmord mitwirkten.

Die Gewalt der deutschen „Gesetzeshüter“ richtete sich in der zweiten Kriegshälfte sogar gegen die eigene Bevölkerung an der „Heimatfront“. Der Vortrag skizziert, wie die Polizei zu einer der wichtigsten Täterorganisationen des „Dritten Reichs“ aufstieg, welche Rolle sie beim Holocaust und bei anderen Menschheitsverbrechen besaß und wie das rechtsextreme Erbe auch die Ordnungsmacht der jungen Bundesrepublik prägte.

In Kooperation mit der vh Ulm

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