Am Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus, dem 8. Mai, wurden am Roten Berg/Ecke Kellerhalde unter großer öffentlicher Anteilnahme drei Erinnerungsstelen eingeweiht. Sie veranschaulichen die Geschichte dieses Ortes und erinnern zugleich an die Siedlung für sozial Ausgegrenzte, das größte Zwangsarbeiterlager Ulms sowie an die besondere Gefährdung von Zwangsarbeiterinnen in der NS-Zeit.
In ihrer Rede wies Dr. Nicola Wenge vom DZOK daraufhin, dass „die Geschichte des Roten Bergs uns daran erinnert, wie schnell und umfassend Menschen aus der Gesellschaft ausgegrenzt, entrechtet und verfolgt werden können. Und dass gerade die schwächsten Gruppen in Krisen- und Kriegszeiten besonders gefährdet sind. Das gilt für die Geschichte ebenso wie für die Vergangenheit.“
Oberbürgermeister Martin Ansbacher betonte, „dass Freiheit und Menschenwürde nicht selbstverständlich sind. Die Gedenkstelen erinnern uns daran, dass wir menschliche und politische Verantwortung tragen – für die Konsequenzen unserer Wahlentscheidungen, für unser Gemeinwesen, in der jeder Mensch zählt, seinen Wert und seine Würde hat, unabhängig von Herkunft, Status oder Lebenssituation.“
Mark Tritsch von der Stolpersteininitiative Ulm informierte anschaulich über die Hintergründe der Siedlung am Roten Berg und die Verfolgung und Ermordung der Sinti Familie Eckstein.
Zur Einweihung der Stelen ist eine Webseite mit vertiefenden Informationen online gegangen. Sie kann über sich auf den Stelen befindende QR-Codes oder über den folgenden Link aufgerufen werden:
Link zur Webseite mit Zusatzinformationen zu den Erinnerungsstelen am Roten Berg
