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Erinnerung Roter Berg: Erinnerung an Sinti-Familien in Ulm

Stolpersteine Ulm

Stolpersteine Ulm

Archiv DZOK

Die offizielle Anerkennung der Sinti und Roma als Opfer des Nationalsozialismus durch den Bundestag erfolgte am 7. November 1985. Dem vorangegangen war ein jahrzehntelanger Kampf um Anerkennung. Die systematische Verfolgung und Ermordung von bis zu 500.000 europäischer Sinti und Roma wurde in der Bundesrepublik lange Zeit nicht offiziell anerkannt.

Auch in Ulm verlief der Prozess des Erinnerns an die Verfolgung von Sinti und Roma schleppend.

Erste (Gedenk-)veranstaltungen in Ulm, die auch auf Kontinuitäten der Verfolgung nach 1945 hinwiesen, fanden zwar schon auf Initiative des DZOK und des Historikers Dr. Walter Wuttke in den 1970er/1980er Jahren statt. In einem Vortrag an der Ulmer vh berichtete Wuttke etwa, dass der Ulmer Bürgermeister Walter Hailer noch 1954 „Maßnahmen zur Einschränkung der Zigeunerplage“ gefordert habe.

Doch erst 2009 wurde, wieder auf Betreiben Wuttkes, für den ermordeten Willi Eckstein eine Straße in Ulm umbenannt.

Im Jahr 2023 würdigte die Stadt den Ulmer Sinto und Bürgerrechtsaktivisten Ranco Brantner mit einer Gedenktafel an der Wengenkirche. Diesmal war die Initiative vom Zentralrat der Sinti und Roma und dem DZOK ausgegangen.

2024 entdeckten Mitglieder der Stolperstein-Initiative anhand von Fotos und einem Lageplan der früheren Ziegelei aus dem Stadtarchiv den tatsächlichen damaligen Standort der Bahnwagonsiedlung. Am 21. Mai 2024 wurden Stolpersteine für die Ecksteins am Roten Berg unter einem Kastanienbaum mit Blick auf den früheren Standort unter Beteiligung von Anwohner*innen und Unterstützer*innen verlegt. Sie sollen auch an die Verfolgung anderer, bisher unbekannten Sinti Familien erinnern.

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