Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg

Aktuelles aus der Arbeit

Es uns auch in diesen Zeiten ein wichtiges Anliegen, Ihnen weiterhin Inhalte zu präsentieren und Sie über unsere Arbeit auf dem Laufenden zu halten.

Bis Mitte Juni wollen wir hier einmal wöchentlich Beiträge zu aktuellen Themen aus KZ-Gedenkstätte, Archiv, Bibliothek und Verein veröffentlichen.

Wir erinnern u.a. an historische Daten wie den Tag der Befreiung in Ulm am 24. April und erzählen außergewöhnliche Familiengeschichten.

Außerdem entwickeln wir abwechslungsreiche Formate, um Sie an ausgewählten Veranstaltungen teilhaben zu lassen, die leider derzeit nicht öffentlich stattfinden können.

Schachspiel eines Kuhberg-Häftlings

Schachspiel eines Kuhberg-Häftlings

Schachspiel des Kuhberg-Häftlings Benno Fischer.
Quelle: Archiv DZOK

Von November 1933 bis Juli 1935 befand sich im Fort Oberer Kuhberg ein frühes Konzentrationslager des Landes Württemberg. Hier waren mehr als 600 politische und weltanschauliche Gegner des NS-Regimes inhaftiert. Der Lageralltag im KZ Oberer Kuhberg war geprägt von Ungewissheit, Verzweiflung und dem Terror des Kommandanten und der Wachmannschaften.

In einem Video aus der Reihe „kultur@home“, das gemeinsam mit der Kulturabteilung der Stadt Ulm entstand, möchten wir Ihnen einen Gegenstand vorstellen, der zeigt, wie sich die Häftlinge im Lageralltag behaupteten.

Das Video finden sie hier:

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Neue pädagogische Materialien zum Umgang mit menschenverachtender und demokratiefeindlicher Sprache

Neue pädagogische Materialien zum Umgang mit menschenverachtender und demokratiefeindlicher Sprache


In einem Video aus der Reihe „kultur@home“, das gemeinsam mit der Kulturabteilung der Stadt Ulm entstand, stellen wir Ihnen unsere neue Handreichung „Man wird ja wohl noch sagen dürfen…: Zum Umgang mit menschenverachtender und demokratiefeindlicher Sprache“ vor. Sie erschien im Frühjahr 2020.

Gerade junge Menschen sind im Alltag und in den sozialen Netzwerken häufig mit rassistischen, antisemitischen oder antiziganistischen Äußerungen konfrontiert. Dabei wissen viele nicht, dass aktuelle menschenverachtende Sprache Kontinuitäten aus dem Nationalsozialismus aufweist.

Um Jugendliche dafür zu sensibilisieren und ihnen Möglichkeiten zur Entwicklung von Gegenpositionen aufzuzeigen, haben wir eine Handreichung für Lehrkräfte und andere Multiplikator*innen mit Arbeitsbögen entwickelt. Sie ermöglicht unter Verwendung zahlreicher lokaler Quellen einen genauen Blick auf Hasssprache im Nationalsozialismus und heute ermöglicht.

Das Video finden Sie hier

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Online-Angebot zum Internationalen Museumstag

Online-Angebot zum Internationalen Museumstag

Zum Internationalen Museumstag am 17. Mai 2020 haben wir ein besonderes Online-Angebot für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren entwickelt.

Da der Internationale Museumstag in diesem Jahr leider nicht in gewohnter Weise vor Ort stattfinden kann, möchten wir mit diesem virtuellen Angebot einen kleinen Einblick in die KZ Gedenkstätte und die Geschichte des historischen Ortes geben.

In interaktiven Themen-Bausteinen können Kinder und Jugendliche z.B. die Räume des ehemaligen KZs und deren Bedeutung entdecken sowie Teile des Außengeländes digital erkunden, mehr über die Häftlinge erfahren oder Antworten auf die Frage entwerfen, was die Geschichte mit ihnen zu tun hat.

Zum Online-Angebot gelangen Sie hier:

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Tagungsbericht erschienen

Tagungsbericht erschienen

Tagungsprogramm „Historisches Wissen und gesellschaftlicher Bildungsauftrag am Beispiel des Nationalsozialismus in Oberschwaben“,
10.-11. März 2020, Weingarten.
Bild: Archiv DZOK

Im März 2020 trafen sich über zwanzig Vertreter*innen ganz unterschiedlicher Museen, Gedenkstätten, Dokumentationszentren, Forschungseinrichtungen und weiterer Initiativen zu einem 2-tägigen Austausch über neue Forschungs- und Vermittlungsansätze zur Geschichte des Nationalsozialismus in der Region Südwürttemberg zwischen Schwäbischer Alb und Bodensee sowie der angrenzenden Gebiete.

Nicola Wenge (DZOK) und Katharina Witner (Forschungsbereich Geschichte und Ethik der Medizin des Zentrums für Psychiatrie (ZfP) Südwürttemberg / Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie I der Universität Ulm) haben dazu einen Tagungsbericht erstellt, der vor wenigen Tagen über das Fachportal H-Soz-Kult veröffentlicht wurde.

Sie finden den Bericht hier zum Nachlesen:

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Schrittweise Wiedereröffnung der KZ-Gedenkstätte ab Pfingsten

Schrittweise Wiedereröffnung der KZ-Gedenkstätte ab Pfingsten

Unterirdische Häftlingsunterkünfte, KZ-Gedenkstätte Oberer Kuhberg.
Quelle: Archiv DZOK

Aktuelles zur Wiedereröffnung der KZ-Gedenkstätte mit Informationen zu Führungen und Anmeldung finden Sie hier:

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In der KZ-Gedenkstätte können ab 31. Mai 2020 - unter Wahrung der geltenden Corona-Schutzmaßnahmen - wieder Führungen stattfinden. Nach Voranmeldung können Sie in kleinen Gruppen unsere Dauerausstellung "Die Würde des Menschen ist unantastbar", Teile des Außengeländes und auch die ehemaligen Häftlingsunterkünfte besichtigen. Wir erzählen die Geschichte des Ortes, der von 1933 - 1935 ein frühes Konzentrationslager des Landes Württemberg war.

Als kleiner Einblick in die KZ-Gedenkstätte und als Einladung zu einem Besuch entstand mit Unterstützung der städtischen Kulturabteilung ein Video in der Reihe "kultur@home". Gedenkstättenpädagogin Annette Lein stellt Ihnen die unterirdischen Häftlingsunterkünfte vor und erinnert an den Haftalltag der Menschen, die aufgrund ihrer politischen Haltung verfolgt wurden und hier eingesperrt waren.

Das Video finden sie hier:

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27. April 1945 – Befreite württembergische Häftlinge des KZ Buchenwald

27. April 1945 – Befreite württembergische Häftlinge des KZ Buchenwald

Befreite württembergische Häftlinge des KZ Buchenwald auf einem Gruppenfoto vor einem Wachturm am 27. April 1945, darunter auch: v.l.n.r. stehend: Fritz Rieckert (5.), Albert Fischer senior (8.), Emil Benz (11.), Josef Schuhbauer (13.), v.l.n.r kniend: Alois Lohr (4.).

Quelle: Archiv DZOK, A 199

Für die politischen Verfolgten bedeutete die Befreiung ein Ende von zwölf Jahren der Repression und des Terrors im KZ-System. Einige von Ihnen, wie die Ulmer Alois Lohr und Josef Schuhbauer oder der Landtagsabgeordnete Albert Fischer, waren bereits 1933 in die frühen Konzentrationslager, wie das KZ Oberer Kuhberg in Ulm, verschleppt worden und hatten alle „Stationen zur Hölle“ durchlaufen.

Viele der überlebenden politisch Verfolgten hofften 1945 auf einen radikalen Neubeginn und engagierten sich mit großem Einsatz für ein neues, demokratisches Deutschland. Andere versuchten sich in der Nachkriegsgesellschaft wieder ein normales Leben aufzubauen. Sie kämpften dabei mit den gesundheitlichen Folgen der Haft und dem Desinteresse der Verdrängungsgesellschaft.

Die Biografie von Albert Fischer aus dem Sammelband „Mut bewiesen“, veröffentlicht 2017, finden Sie hier:

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25. April 1945 – Befreiung der Zwangsarbeiter*innen in Ulm

25. April 1945 – Befreiung der Zwangsarbeiter*innen in Ulm

Das Foto vom 25. April 1945 zeigt befreite Zwangsarbeiterinnen zusammen mit einem alliierten Soldaten vor der Kulisse der Stadt Ulm.

Quelle: Archiv DZOK, B 861

Für die tausenden Zwangsarbeiter*innen, die auch in Ulm bis in die letzten Kriegstage unter unmenschlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen litten, war mit dem Einmarsch der alliierten Truppen die ersehnte Freiheit gekommen. „Endlich. Endlich ist es soweit. Wir sind frei! Die Befreier, auf die wir solange gewartet hatten, sind endlich da.“ So beschreibt die 17-jährige Polin Gabriela Knapska ihre Stimmung. Sie war zusammen mit ihrer Schwester Jolanta aus Lodz nach Ulm verschleppt worden, um für die Firma Telefunken Zwangsarbeit zu leisten.

Die befreiten Zwangsarbeiter*innen lebten zum Teil noch monatelang in Ulm. Ihr neu gewonnenes Freiheitsgefühl mischte sich vor dem erfahrenen Leid und fortdauernder Ablehnung durch Teile der Ulmer Bevölkerung zu einer ambivalenten Erinnerung an das „schöne schreckliche Ulm“. 1997 hat das DZOK 130 dieser Erinnerungen unter den gleichnamigen Titel als Buch herausgegeben.

Eine dieser Erinnerungen finden Sie hier:

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24. April - 75 Jahre Kriegsende in Ulm

24. April - 75 Jahre Kriegsende in Ulm

In der Ulmer Hirschstraße gehen am 24. April 1945 Wehrmachtssoldaten, begleitet von amerikanischen Soldaten, in die Kriegsgefangenschaft.

Quelle: Archiv DZOK, C 121

Ulm, Frühjahr 1945. Eine Chronik, Mitteilungen 62:

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In den nächsten Tagen möchten wir hier und in den Sozialen Medien verschiedene Perspektiven auf das Kriegsende und die Befreiung präsentieren.

Am 24. April 1945 endet der Zweite Weltkrieg für Ulm mit der Besetzung durch amerikanische Truppen. Die Stadt ist schwer zerstört, ihre Versorgung gefährdet, die Verwaltung stark dezimiert. Der politische Zusammenbruch des NS-Regimes und die militärische Niederlage betreffen jeden Einzelnen und sind mit unterschiedlichsten Erfahrungen verbunden.

Das Jahr 1945 war der Beginn eines schwierigen Demokratisierungsprozesses, der maßgeblich durch die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus geprägt war. Heute werden Demokratie und Menschenrechte erneut offen in Frage gestellt.

Aus diesem Grund haben die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora und Repräsentanten aller obersten Thüringer Verfassungsorgane eine Erklärung veröffentlicht, die dazu aufruft die historische Verantwortung zu wahren und Demokratie und Menschenrechte zu verteidigen.

Wir laden Sie ein, sich dieser Erklärung anzuschließen.

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Die Lebrechts in Ulm

Die Lebrechts in Ulm

Letztes gemeines Familienfoto in Ulm (v.l.): Walter, Curt, Heinrich, Hans, Rosa und Wilhelm Lebrecht, 1936

Quelle: Archiv DZOK

Anlässlich der letzten Stolpersteinverlegung Anfang März dieses Jahres kamen Angehörige der jüdischen Familie Lebrecht in Ulm zusammen. 80 Jahre, nachdem die Familienmitglieder aus der Stadt hatten fliehen müssen, brachten sie aus Chile ein ganz besonderes Objekt nach Ulm zurück und übergaben dem DZOK unbekannte Familienfotos, um ihre Geschichte zu erzählen.

Für die Familienangehörigen sowie auch für uns war der Besuch in Ulm das letzte große Treffen, bevor wir alle wegen des Corona-Virus in Kontaktsperre gehen mussten. Und so ist dieser Film auch ein Gruß an die Lebrechts in Zeiten der Isolation.

Das Video mit DZOK-Leiterin Dr. Nicola Wenge ist Teil der Reihe „kultur@home“, das für den Youtube-Kanal der Stadt Ulm aufgenommen wurde. Wir bedanken uns ganz herzlich bei der Kulturabteilung für die Unterstützung.

Das Video finden Sie hier

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