Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg

NS-Zwangssterilisation und „Euthanasie“ (läuft)

Über 170 Menschen die in Ulm lebten wurden im Rahmen der „Euthanasie“-Aktion im Nationalsozialismus ermordet, 1.155 Frauen und Männer wurden nach einem Urteil des Ulmer Erbgesundheitsgericht zwangsweise sterilisiert.

Ein Netzwerk setzt sich für ein Erinnerungszeichen für die Ulmer Opfer von Zwangssterilisationen und Euthanasiemorden ein. Es ist das erste Projekt in einer baden-württembergischen Stadt, das die Forschungs- und Erinnerungsarbeit zu Euthanasie-Verbrechen erweitert und in Verbindung setzt mit den bisher kaum wahrgenommenen Zwangssterilisierungen im NS. Neu ist auch, ein solches Erinnerungszeichen an einem Gericht als historischem Tatort und im öffentlichen Raum zu errichten, um die Verstrickung der Justiz- und Medizinbehörden zu thematisieren. Getragen wird das Projekt von einer zivilgesellschaftlichen Initiative, dem DZOK, der Stadt Ulm, dem Landgericht Ulm und dem Land Baden-Württemberg.

Am Standort des ehemaligen Erbgesundheitsgerichts und in Sichtweite zum ehemaligen Gesundheitsamt wird im Herbst 2019 ein Erinnerungszeichen eingeweiht. Zudem stellt ein Gedenkbuch die Biografien der Opfer der „Euthanasie“-Morde in den Fokus und würdigt auch die Betroffenen der NS-Zwangssterilisationen. Ein umfangreiches Begleitprogramm bietet vielfältige thematische Anknüpfungspunkte in die Gegenwart.

Weitere Informationen

Nicola Wenge: Das Ulmer Erinnerungsprojekt im Überblick. Mitteilungen 70/2019

Gudrun Silberzahn-Jandt: Menschen und nicht nur Opfer. Mitteilungen 70/2019

Franz Schweizer: Initiativkreis fordert Erinnerungszeichen. Mitteilungen 67, 2017

Visualisierung Braun Engels Gestaltung, März 2019

Visualisierung Braun Engels Gestaltung, März 2019