Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg

Für tatsächliche oder unterstellte Vergehen gegen die Lagerordnung wurden von Kommandant Karl Buck willkürlich Strafen verhängt. Die härteste Strafe in diesem gestaffelten System bestand in Einzel- und Dunkelhaft im Keller des damaligen Kommandanturgebäudes, wo hölzerne Lattenverschläge für einzelne Häftlinge eingerichtet waren.

... Wir waren noch nicht im schlimmsten Dreckloch. Ein Bunker befand sich unmittelbar unter dem Durchgang des Turmbogens. Er war nur mit undicht zusammengeschobenen Holzdielen abgedeckt. Staub und Dreck, das Öl der Autos und Sprenzwasser rieselten durch die Ritzen...
Alfred Rieckert

Durch eine Öffnung in der schweren Bohlendecke leuchten dem Besucher Worte eines ehemaligen Häftlings entgegen, der dort eingesperrt war. In diesem Oben und Unten wird die Überlegenheit des zynischen Siegers, der über den unterlegenen politischen Gegner buchstäblich hinwegtrampelt, anschaulich. Zugleich aber wird die schlichte Aussage „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ durch die Konfrontation mit der historischen Realität zum Appell. So wird gleich am Eingang der Gedenkstätte deutlich, dass hier nicht Geschichte um ihrer selbst willen präsentiert wird, sondern dass es immer auch um ein Hier und Heute, um die Zukunft geht.

In einem seitlichen Kellerraum befindet sich eine „Hörstation“. Hier berichten ehemalige Häftlinge über ihre Arrestzeit.

Zahllose Gefangene verbrachten bis zu zwei Wochen in diesen Kellerzellen. Vor allem die Zelle direkt unter dem Eingang war gefürchtet, weil durch die Ritzen zwischen den Bohlen Schmutz und Nässe auf den Gefangenen rieselten.

Blick in den Kellerarrest auf eine Installation der Dauerausstellung.

Blick in den Kellerarrest auf eine Installation der Dauerausstellung.

... Der Arrestraum war im Kommandoturm im untersten Keller. Über ihm befand sich die Wachstube der SS. Wenn diese betrunken waren, gingen sie oft in den Arrest, um die Häftlinge zu prügeln...
Emil Benz