Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg

In der Bausubstanz authentisch erhalten sind die halb unterirdischen Kasematten des Südflügels, wo die Häftlinge der Stufe II untergebracht waren. Die Unterbringung und Behandlung der Gefangenen unterschied sich nach einem dreiteiligen Stufensystem, das vor allem der Disziplinierung diente. Bei den Stockbetten, Tischen und Bänken in zwei der Raumnischen handelt es sich um Rekonstruktionen, die 1983 nach Angaben ehemaliger Häftlinge gefertigt wurden. Auszüge aus Berichten aus der Zeit nach 1945 sind auf grobe Betonplatten gedruckt und geben einen Eindruck vom Häftlingsalltag in diesen unterirdischen Verliesen, von Leid und Not der Gefangenen, aber auch von ihren Strategien zum Widerstehen und Überleben.

Das verwilderte Fort mit seinem dicken Kommandoturm, den Mauern mit den schmalen Schießscharten wirkte düster und verhieß neues Unheil. Hier sollten Menschen überwintern? ... Mit dem üblichen Geschrei und mit Fußtritten wurden die Häftlinge in den düsteren Wehrgang hinunter getrieben. Was sich hier auftat, lässt sich nicht mit Worten schildern ... Die Häftlinge waren sich einig: Hier werden wir lebendig begraben ...
Julius Schätzle: Stationen zur Hölle, Frankfurt 1980, S. 29

... Als die verschlossenen Eisentore zu den einzelnen Kasematten von den SA-Leuten mühsam geöffnet wurden, da drang ein muffiger Modergeruch aus der Tiefe dieser Gänge herauf an die Oberfläche ...
Willy Pflugbeil, um 1955

... Die Zustände der Unterbringung waren dort so, dass der erste Eindruck war, dass hier nach einem halbem Jahr wohl kaum mehr einer lebe ...
Wilfried Acker, 1955

Blick in die ehemaligen Häftlingsunterkünfte.

Blick in die ehemaligen Häftlingsunterkünfte.

Rekonstruktionen, die 1983 nach Angaben ehemaliger Häftlinge gefertigt wurden.

Rekonstruktionen, die 1983 nach Angaben ehemaliger Häftlinge gefertigt wurden.