Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg

KZ Oberer Kuhberg – „Württembergisches Schutzhaftlager Ulm/Donau“

Außenansicht des Dokunmentationszentrums

KZ-Gedenkstätte Oberer Kuhberg.

Das Jahr 1933 und die Errichtung der frühen Konzentrationslager

Zwei Wochen nach den letzten relativ freien Reichstagswahlen errichtet das nationalsozialistische Regime im Zuge der Machtübernahme etwa ab dem 20. März 1933 überall in Deutschland Lager zur Ausschaltung seiner politischen und weltanschaulichen Gegner. Die juristische Grundlage ist der nach dem „Reichstagsbrand“ vom 27. Februar 1933 ausgerufene Staatsnotstand und die am Tag danach erlassene „Verordnung zum Schutz von Volk und Staat“.
Damit werden einerseits wesentliche Grundrechts-Artikel der Weimarer Verfassung außer Kraft gesetzt; und andererseits wird das Prinzip der „Schutzhaft für Staatsfeinde“, außerhalb des staatlichen Justizsystems, in Gang gesetzt. Mehr dazu.

„Reichstagsbrandverordnung“, Quelle: Reichsgesetzblatt, 28. Februar 1933.

„Reichstagsbrandverordnung“, Quelle: Reichsgesetzblatt,
28. Februar 1933.

Die Häftlinge

Von November 1933 und Juli 1935 waren etwa 600 Männer im Alter zwischen 17 und 71 Jahren im Fort untergebracht; und zwar nicht im zentralen, der KZ-Verwaltung vorbehaltenen, Reduit-Gebäude, sondern in den unterirdischen Kasematten-Laufgängen für Wachsoldaten. Diese waren – auch bei der Nutzung als Kriegsgefangenenlager – bisher nicht zur Unterbringung von Menschen verwendet worden. Mehr dazu.

Blick aus den ehemaligen Häftlingsunterkünften nach draußen

Porträtfotos von ehemaligen Häftlingen des KZ Oberer Kuhberg.

Das Lager im KZ-System

Die württembergischen Konzentrationslager Heuberg und Kuhberg werden heute geschichtswissenschaftlich als frühe Lager, als erste Stufe im nationalsozialistischen KZ-System, eingeordnet.

Sie stehen in einem engen institutionellen Zusammenhang und unterscheiden sich zunächst vor allem dadurch, dass das KZ Heuberg die Zeit der unmittelbaren Machtübernahme und das KZ Kuhberg das System in der etablierteren Phase der Macht ab 1934 bis Mitte 35 spiegeln. Mehr dazu.

Beschäftigung der Gefangenen im Heuberglager 1933, Quelle: Stuttgarter Neues Tagblatt

„Beim Arbeitseinsatz“, Propagandainszenierung im KZ Heuberg, Quelle: Stuttgarter Neues Tagblatt, 20. April 1933.

Hintergründe zum historischen Ort